Fortbildungen Psychotherapie

Curriculum 2025 / 2026

Von März 2025 bis März 2026 bieten wir für Teilnehmende, welche mindestens den Basiskurs Psychotherapie bereits absolviert haben, die Möglichkeit an, in einer festen Gruppe ein Curriculum aus vier 3 1/2 tägigen Modulen zu durchlaufen.


Module

Drei rote Fäden werden uns durch alle Module begleiten:

  • Erstens werden wir die Dynamik im Inneren Team immer weiter vertiefen und besser verstehen.
  • Zweitens wird uns der Blick auf eigene innere Anteile und das Thema Selbst-Führung begleiten: wie können wir eigene Anteile in den Blick bekommen und versorgen und immer leichter zu unserer Selbst-Energie zurückfinden?
  • Drittens können Sie Ihr methodisches Handwerkszeug in jedem Modul ausbauen und verfeinern
Modul 1: Einführung in den Methodenkoffer und die therapeutische Haltung der Selbst-Führung

Das erste Modul gibt einen Überblick über die Methoden der psychotherapeutischen Arbeit mit dem Inneren Team und führt theoretisch und praktisch in die therapeutische Haltung der Selbst-Führung ein.

Themen:
Das Modell des Inneren Teams
Das ‚Selbst‘ als Führungsinstanz
Trauma und Traumatisierung im Inneren Team
Visualisierung und Arbeit am Blatt
Arbeit auf der äußeren Bühne (psychodramatische und gestalttherapeutische Techniken)
Arbeit auf der inneren Bühne (Imagination)

Es werden Peergroups gebildet, die sich zwischen den einzelnen Modulen (präsenz oder online) treffen, um gemeinsam zu üben.


Modul 2: Selbst-Führung (Vertiefung), Kontaktaufnahme mit instabilen Systemen, Stabilisierende Arbeit

Therapeutische Haltung

Natürlich bringen wir eigene Teile in unsere Arbeit mit. Wenn wir uns diesen wohlwollend und interessiert zuwenden, dann können wir diese besser verstehen, verhindern, dass sie unbemerkt die Führung an sich reißen und sie schrittweise entlasten. So finden wir zu mehr Selbst-Energie, was sowohl dem therapeutischen Prozess als auch uns selbst zugutekommt. In Folge können sich sowohl unsere eigenen Teile als auch die unserer KlientInnen entspannen. Wir sind in unserer Arbeit klarer und gelassener, haben mehr Spaß an der Arbeit, sind wirksamer und weniger erschöpft.

Wir beschäftigen uns in diesem Modul mit typischen TherapeutInnenteilen (z.B. Rettern und Perfektionistinnen) und ihren beschützenden Aufgaben. Sie lernen, eigene Anteile zu identifizieren, die Ihre Selbst-Energie im therapeutischen Prozess blockieren, lernen Selbst-Energie von selbstähnlichen Teilen zu unterscheiden und und unternehmen erste Schritte, um selbstähnliche Teile zu entlasten.

Kontaktaufnahme mit instabilen Systemen und stabilisierende Arbeit

Zugleich vertiefen wir die Arbeit mit der Imagination und das Thema ‚Trauma‘. Die Arbeit mit einem traumatisierten inneren System kann nur dann gelingen, wenn alle inneren Anteile des Klienten der Therapeutin vertrauen und mit ihr zusammenarbeiten. Es ist daher wichtig, skeptische, misstrauische und ängstliche Wächter zu finden, ihre Bedenken ernst zu nehmen und dem System der KlientIn zu helfen, eine neue Form von Stabilität zu entwickeln. Dies ist die Voraussetzung für vertiefende traumatherapeutische Arbeit und zugleich eine eigenständige und wichtige therapeutische Intervention.

Daher beschäftigen wir uns in diesem Modul mit Kontaktaufnahme und Stabilisierung. Welche Art der Kontaktaufnahme mit Wächtern und traumatisierten inneren Anteilen ist angemessen, erfolgversprechend und sicher? Welche Haltung erfordert dies bei der Therapeutin? Wie können Klientinnen stabilisiert werden? Und wie kann man verdeckt wirksame Anteile identifizieren und in die Arbeit einbeziehen?


Modul 3: Differenzierte Diagnostik der inneren Dynamik, Vertiefende Arbeit mit traumatisierten Anteilen und ihren Wächtern

Vertiefende Arbeit mit Wächtern und traumatisierten Anteilen

Die in Modul 2 erlernten stabilisierenden Methoden zur Arbeit mit Wächtern und Verletzten sind wichtige und wirkungsvolle therapeutische Interventionen, die unsere KlientInnen oftmals sehr erleichtern. Sie ermöglichen eine neue Qualität der Beziehung zwischen KlientInnen und ihren Teilen und schaffen Vertrauen. Nicht selten stellt dies einen großen Teil der therapeutischen Arbeit dar.

Zugleich wird dadurch die Voraussetzung für eine tiefere Heilung von traumatisierten, in der Vergangenheit festgefrorenen, Teile geschaffen. Für diese Teile ist das Trauma ewige Gegenwart. Sie wissen nicht, dass die Situation lange vergangen ist, der Mensch erwachsen geworden ist. In diesem Modul befassen wir uns damit, wie diese Teile aus der verstörenden oder traumatisierenden Situation herausgelöst und von ihren Lasten befreit werden können. Diese Lasten können persönlicher, aber auch transgenerationaler oder kultureller Art sein (z.B. vererbte Traumata oder Schuldgefühle, Glaubensätze oder Aufträge der Eltern, kulturelle Gebote).

Indem wir der Bewegung und der Bilderwelt der KlientInnen folgen, ermöglichen wir ihnen, sich von quälenden Gefühlen (Ängsten, Scham- und Schuldgefühlen) oder hartnäckigen Überzeugungen (z.B. nichts wert zu sein) nachhaltig zu befreien.

Vertiefung der Erhebung am Blatt: Die Dynamik herausarbeiten

Die Erhebung am Blatt haben Sie bereits im ersten Modul kennen gelernt. Jetzt vertiefen wir die hohe Kunst, bei der Erhebung am Blatt die Dynamik im Inneren Team (also die 2. Ordnung) prägnant herauszuarbeiten. Wenn wir diese beherrschen, dann können wir durch die Visualisierung des Inneren Teams gemeinsam mit unseren Klientinnen innerhalb kurzer Zeit die Hintergründe ihrer Schwierigkeiten verstehen und Ansatzpunkte für die weitere Arbeit finden.

Wie können wir dabei vorgehen und welche Fallstricke gibt es? Anhang von Fallbeispielen erarbeiten wir die 2. Ordnung und auf deren Grundlage sinnvolle Vertiefungsmöglichkeiten. Ziel ist, dass Sie lernen, dem Prozess der Erhebung und ihren eigenen Impulsen zu vertrauen.


Modul 4: Arbeit mit destruktiv agierenden Wächtern, Vertiefung äußere Bühne, Variation & Improvisation

Arbeit mit destruktiv agierenden Wächtern

Jeder innere Anteil hat im Kern eine konstruktive Absicht – das ist die Grundhaltung unserer Arbeit. Es geht um Kontakt und Würdigung, um behutsame Annäherung und das Wissen, dass Veränderung Zeit braucht. Diese Grundhaltung ist nicht immer leicht zu halten, wenn Teile sehr destruktiv agieren, mit Gewalt, Selbstverletzung oder Suizidalität. Die Arbeit mit diesen Teilen ist aus zwei Gründen schwieriger. Zum einen stehen diese Nothelfer unter besonderem Druck, das macht sie rigide und unflexibel, es ist schwerer, sie zu erreichen und ins Boot zu bekommen. Wir sind hier in unserer Kunstfertigkeit besonders gefordert.

Zugleich können die Strategien der Nothelfer auch in uns viel auslösen. Wenn die Möglichkeit im Raum steht, dass der Klient oder die Klientin sich selbst oder jemand anderen verletzen oder gar töten könnte, reagieren häufig Teile der Therapeutin oder des Therapeuten mit Angst oder Wut. Es ist wichtig, mit diesen eigenen Teilen umgehen zu können, damit wir auch und gerade in diesen zugespitzten Situationen aus dem Selbst heraus agieren können.

Darum kümmern wir uns in diesem Modul einerseits um die Dynamik der Nothelfer: was lässt diese Teile so extrem reagieren und was ist hilfreich im Umgang mit ihnen? Zugleich wenden wir uns unserem eigenen Innere Team als TherapeutIn zu: Welche Teile können hier unsere therapeutische Arbeit beeinträchtigen und was brauchen diese?

Vertiefung Äußere Bühne: Arbeit mit psychodramatischen Techniken

Außerdem vertiefen wir Wir vertiefen in diesem Modul die Techniken der äußeren Bühne, (Doppeln und Rollentausch), lernen zu improvisieren und sprechen über Indikationen: wann und wofür eignet sich die äußere Bühne besonders gut?

Die Arbeit auf der äußeren Bühne lebt vom Spieltrieb – von unserem und dem unserer KlientInnen. Sie macht Spaß, kann auch schweren Themen eine Leichtigkeit geben und unseren KlientInnen dabei helfen, diese wichtige und lustvolle innere Ressource wieder zu entdecken.

Improvisation auf allen Bühnen

Auf der Basis des Gelernten üben wir uns in diesem letzten Modul noch einmal gezielt darin, unser Vorgehen passend zum Prozess des Klienten oder der Klientin maßzuschneidern und zu improvisieren. Ziel ist, dass Sie Sicherheit in der Auswahl und der Variation Ihrer Methoden und Spaß am Ausprobieren und an Improvisation bekommen.

Abschluss der Weiterbildung

Und natürlich nehmen wir uns Zeit dafür, die Weiterbildung abzuschließen. Was war wichtig in dieser Zeit – in der Arbeit an eigenen Themen und in Ihrer TherapeutInnenrolle? Wie hat sich womöglich Ihre Arbeit verändert? Welche Weiterentwicklungen haben Sie noch vor und was brauchen Sie dafür? Und wie soll der Abschiedsprozess von der Gruppe gestaltet werden?


Je nachdem, wie viel Sie schon am Ifit gemacht haben, können Sie sich zu unterschiedlichen Zeitpunkten in diese feste Gruppe einfädeln. Wir setzen bei diesem Curriculum den Basiskurs als Modul voraus und starten mit Modul 2 (14. - 17. März 2025). Hier können alle in die fortlaufende Weiterbildung einsteigen, die den Basiskurs bei uns absolviert haben.

Wer zusätzlich bereits an den Kursen ‚Selbstgeleitet als Therapeutin‘ und ‚Trauma 1‘ teilgenommen hat, kann mit Modul 3 einsteigen (10. - 13. Oktober 2025).

Wer außerdem noch ‚Trauma 2‘ und den ‚Praxiskurs Erhebung am Blatt‘ gemacht hat, kann in Modul 4 (13. - 16. März 2026) dazu stoßen.

Wenn Sie einen der beiden Kurse, die Teil eines Moduls sind, schon gemacht haben, zahlen Sie für den Teil des Moduls, den Sie bereits absolviert haben, die Hälfte, also für diesen Baustein 25% weniger.